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Die Inhalte auf dieser Seite entsprechen dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft und wurden vor der Veröffentlichung von Dr. med. Dascha Berek sowie Dr. med. Merita Schojai-Schultz sorgfältig überprüft.

    Korean Skincare – ein Trend mit Schattenseiten

    Nahaufnahme Frauengesicht steht für Korean Skincare

    Der Trend um Korean Skincare hat sich zu einem weltweiten Phänomen entwickelt, insbesondere auf Social Media. In den frühen 2000er Jahren begannen koreanische Kosmetikmarken damit, ihre Produkte international über K-Pop-Stars zu vermarkten. Dabei verraten K-Pop-Stars z. B. in Interviews ihre Skincare-Routine, die zehn oder mehr einzelne Schritte umfasst, und bewerben dabei die dazugehörigen Produkte. Zielgruppe dieser Kampagnen sind insbesondere junge Mädchen, die mit ihrer Haut unzufrieden sind. Die scheinbar makel- und alterslosen Gesichter von Idolen wie BTS oder Blackpink sollen dabei das zentrale Verkaufsargument sein. Im Folgenden beleuchten wir die Schattenseiten, die dieser Beauty-Trend mit sich bringt.

    Was ist Korean Skincare?

    Korean Skincare basiert auf einer mehrstufigen Pflegeroutine, die zehn Schritte oder mehr umfassen kann, darunter Reinigung, Toner, Essenzen, Seren, Masken und Sonnenschutz. Ihre ursprünglichen Wurzeln liegen in jahrhundertealten Schönheitsritualen, die auf natürlichen Inhaltsstoffen wie Grüntee, Ginseng und Reis basieren.

    Aus den Traditionen wurde nun ein globaler K-Beauty-Trend, als Korean Skincare Marken damit begannen, die zunehmende Popularität von K-Pop zu nutzen und damit eine neue, junge und internationale Zielgruppe zu erschließen. Mittlerweile ist das Bewerben von Korean Skincare Produkte auf Social Media weit verbreitet, auch außerhalb der K-Pop-Bubble. Bei regelmäßiger Anwendung aller einzelnen Schritte und der dazugehörigen Produkte wird ein reines und makelloses Hautbild versprochen.

    K-Pop und Korean Skincare: Der Einfluss auf Schönheitsideale

    Die Popularität der koreanischen Popkultur, insbesondere K-Pop, hat weltweit Schönheitsstandards beeinflusst, sodass viele junge Menschen, nicht nur in Korea, danach streben, die Ästhetik ihrer Idole zu imitieren – eine Ästhetik, die einige K-Pop-Stars mithilfe von ästhetischen Behandlungen oder OPs erreicht haben. Dennoch werden die scheinbar makellosen und nicht alternden Gesichter der K-Pop-Starts als zu erreichendes Ideal inszeniert. Idealisiert wird eine helle Haut, die frei von jeglichen Unreinheiten und Alterszeichen ist.

    Schattenseiten des Korean Skincare Trends

    Aus der traditionellen “10-Schritte-Routine“ wurde mittlerweile ein weltweiter Beauty-Trend, der auch Schattenseiten hat:

    1. Übermäßiger Produktkonsum: Weniger ist oft mehr: Die Korean Skincare Routine, die in mehreren Schritten durchgeführt und in mehreren Schichten aufgetragen wird, soll die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgen. Doch diese Vielschichtigkeit kann auch negative Effekte haben. Die Verwendung von zu vielen Produkten kann die Hautbarriere schwächen, zu Reizungen führen oder Allergien auslösen. Besonders nach ästhetischen Behandlungen wie Microneedling oder chemischen Peelings kann die Haut übermäßig belastet werden, wenn eine umfangreiche Pflegeroutine verwendet wird.
      Zudem besteht die Gefahr, dass Produkte miteinander interagieren und unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Viele koreanische Produkte enthalten aktive Inhaltsstoffe wie Säuren, Retinol oder Vitamin C, die bei unsachgemäßer Kombination oder Anwendung die Haut reizen können.
    2. Unrealistische Schönheitsideale durch K-Pop und Social Media: Die Werbung für K-Beauty setzt oft stark auf das Bild der „perfekten Haut“ – makellos, porenfrei und hell soll die Haut sein. Die Darstellung einer unrealistisch makellosen Haut in der K-Pop-Kultur und auf Social Media schafft ein verzerrtes Bild davon, was mit Hautpflegeprodukten erreicht werden kann, da viele K-Pop-Stars und Beauty-Influencer:innen ihre Hautpflege mit professionellen ästhetischen Behandlungen und Bildbearbeitung kombinieren. Einem unerreichbaren Ideal nachzustreben kann einen enormen psychologischen Druck aufbauen und Nährboden für Selbstzweifel bieten, insbesondere für Menschen, die z. B. unter Akne, Rosacea oder Hyperpigmentierungen leiden. Diese unrealistischen Erwartungen können daher neben dem Geldbeutel auch das Selbstbild und den Selbstwert der Konsument:innen negativ beeinflussen.
    3. Inhaltsstoffe: Zwischen Tradition und Chemie: Während viele Produkte natürliche Inhaltsstoffe enthalten, finden sich auch eine Vielzahl synthetischer Komponenten, die potenziell hautreizend oder sogar gesundheitsschädlich sein können. So sind z. B. Inhaltsstoffe wie Parabene, synthetische Duftstoffe oder Alkohol in einigen koreanischen Produkten nach wie vor verbreitet.
      K-Beauty-Produkte setzen zudem oft auf natürliche und auch exotische Inhaltsstoffe wie Schneckenschleim, fermentierte Extrakte oder Centella Asiatica. Während einige dieser Inhaltsstoffe vielversprechende Eigenschaften haben, wie z. B. grüner Tee oder Niacinamid (eine Form von Vitamin B3), fehlen bei anderen Inhaltsstoffen wissenschaftlich fundierte Studien, die ihre Wirksamkeit belegen.
    4. Hautaufhellung und „Brightening“ – kulturelle und ethische Implikationen: Der koreanische Hautpflegemarkt bietet viele Produkte an, die eine Reduktion von Hyperpigmentierungen, „Brightening“ oder „Whitening“ versprechen. Diese Produkte gehen auf das traditionelle Schönheitsideal einer hellen Haut zurück, die einen hohen Status anzeigen soll. Neben der z. T. unklaren Wirksamkeit können nicht nur weitere unrealistische Erwartungen geweckt werden, die negativen Einfluss auf das Selbstbild von Konsument:innen haben können, es werden auch Schönheitsideale propagiert, die diskriminierend gegenüber Menschen sind, die diesem Idealbild nicht entsprechen – was auf den Großteil der globalen Bevölkerung zutrifft.

    Darauf solltest Du bei Korean Skincare Produkten achten:

    • Individuelle Bedürfnisse verstehen: Nicht jede Haut ist gleich, und was für eine Person funktioniert, muss nicht für eine andere geeignet sein. In einigen Fällen ist es hilfreich, auf eine Beratung einer erfahrenen Praxis zurückzugreifen, um die passenden Produkte für die Bedürfnisse Deiner Haut auszuwählen.
    • Inhaltsstoffe bewusst wählen oder auf besser untersuchte Alternativen zurückgreifen: Einige Produkte enthalten Inhaltsstoffe, deren Wirksamkeit nicht belegt ist oder solche, die die Haut reizen können und/oder eine spezielle Anwendung erfordern. Es empfiehlt sich zudem, verschiedene Produkte zu vergleichen und ggf. auf besser untersuchte Alternativen zurückzugreifen.
    • Realistische Erwartungen haben: Einige Produkte können die Hautgesundheit unterstützen, wenn sie passend zu den Bedürfnissen Deiner Haut ausgewählt werden, sie werden jedoch keine Wunder vollbringen. Eine realistische Erwartungshaltung und das Bewusstsein darüber, dass einige der K-Pop-Idole, die K-Beauty-Produkte bewerben, ästhetische Behandlungen durchführen lassen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, kann helfen, sich von unrealistischen Idealen zu distanzieren.

    Fazit: Korean Skincare – Zwischen Hype und Tradition

    Korean Skincare und die Tradition der “10-Schritte-Routine“ wurden insbesondere über die Vermarktung der Produkte durch K-Pop-Idole weltweit bekannt gemacht und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, insbesondere bei jungen Menschen. Die Betonung einer sorgfältigen Hautpflege, die eine gründliche Reinigung, eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung und einen hohen UV-Schutz beinhaltet, hat das Bewusstsein für eine umfassende Hautpflegeroutine gestärkt.

    Mit dem Ideal einer hellen, makellosen und nicht alternden Haut werden jedoch auch unrealistische und problematische Schönheitsideale propagiert, die zu Diskriminierung führen und das Selbstbild der Konsument:innen negativ beeinflussen können. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe, da nicht für alle eine Wirkung in Studien nachgewiesen werden konnte. Manche Produkte allein oder auch in Kombination mit den anderen aufgetragenen Produkten können z. B. zu Hautreizungen führen, wenn sie falsch angewendet werden oder nicht für Deine Haut geeignet sind.

    Es ist wichtig, den Trend der Korean Skincare mit einem kritischen Blick zu betrachten und Produkte zu wählen, die zu Deinen individuellen Bedürfnissen und Deinem Hauttyp passen, und die Deine Haut nicht überreizen. Die Hautpflege sollte nicht zu einem reinen Trend oder einer übermäßigen Routine werden, sondern Teil einer nachhaltigen und gut durchdachten Selbstpflege sein.

    Kontaktiere uns gern für eine individuelle Beratung

    Wenn Du Dir unsicher bist, worauf Du bei Deiner Skincare-Routine achten solltest, weitere Fragen hast oder eine Hautanalyse durchführen möchtest, dann vereinbare gerne einen Termin. Wir freuen uns, Dir weiterhelfen zu können.

    Ob per Telefon, E-Mail oder direkt in unserer Praxis – wir stehen Dir mit Rat und Tat zur Seite. Unsere erfahrenen Ärzt:innen beraten Dich umfassend und individuell, um die beste Lösung für Deine Bedürfnisse zu finden.

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