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Die Inhalte auf dieser Seite entsprechen dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft und wurden vor der Veröffentlichung von Dr. med. Dascha Berek sowie Dr. med. Merita Schojai-Schultz sorgfältig überprüft.

    Viel zu jung für die Menopause? Das sind die Anzeichen, dass sich der Körper schon in den 30ern umstellt

    Ärztin berät Patinetin

    „Hilfe, mein Körper spielt verrückt!” Aber in den 30ern schon in den Wechseljahren? Darauf kommen nur die wenigsten. Wechseljahre kommen doch erst mit 50 oder später. So denken zumindest viele Frauen – selbst wenn ihr Zyklus mal wieder spinnt, sie gereizt sind oder nicht mehr schlafen können. Dass ihre Hormone dahinterstecken könnten, kommt vielen nicht in den Sinn. Doch es gibt genug, für die dieses Kapitel tatsächlich früher beginnt: Etwa 5 Prozent der Frauen kommen bereits zwischen 40 und 45 Jahren in die Wechseljahre. Rund 1 Prozent erlebt eine vorzeitige Menopause sogar vor dem 40. Lebensjahr – unter 30 ist es mit etwa 0,1 Prozent selten, aber nicht ausgeschlossen. Eine Studie der University of Virginia und der Gesundheitsapp Flo thematisiert, dass Frauen zwischen 30 und 35 nämlich durchaus Symptome haben können, die auf eine schleichende Menopause hindeuten.

    Doch was ist die Menopause genau?

    Die Menopause tritt ein, wenn die Regelblutung ein ganzes Jahr ausbleibt. Davor gibt es eine Übergangsphase: die Perimenopause. Sie beginnt, wenn sich der Zyklus verändert, etwa die Blutung unregelmäßiger wird, und endet ein Jahr nach der letzten Periode. Während die Menopause einen ganz speziellen Tag beschreibt, ist die Perimenopause deutlich schwerer zu greifen: Sie kann sich über Jahre hinziehen – und das kann bei jeder Frau unterschiedlich sein. Sie könnte mit Ende 30 oder Ende 40 beginnen, fünf Jahre dauern oder 15, mit milden oder mit heftigen Beschwerden einhergehen.

    Einen verlässlichen Test, um die Perimenopause festzustellen, gibt es nicht. Hormonmessungen können Hinweise liefern. Aber da die Werte schwanken, sind Blutuntersuchungen über mehrere Wochen nötig, um eine Tendenz zu erkennen.

    Wann spricht man von einer frühen Menopause?

    Medizinisch spricht man laut unserer leitenden Ärztin und Fachärztin für Gynäkologie Dr. med. Dascha Berek von einer frühen Menopause, wenn die letzte spontane Menstruation vor dem 45. Lebensjahr eintritt. Passiert das bereits vor dem 40. Lebensjahr, nennt man es eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz. Etwa ein Prozent der Frauen unter 40 sind davon betroffen. Was alle Frauen in dieser unerwarteten Situation, unabhängig vom Alter eint: Unsicherheit und eine Menge an Fragen. Wir wollen ein paar davon aufklären.

    Welche Symptome sprechen für vorzeitige Wechseljahre?

    Ein deutliches Zeichen ist, wenn die Frau keine Menstruation mehr hat, aber auch nicht schwanger wird. Schließlich findet keine Ovulation statt, das heißt, die Eierstöcke setzen keine Eizellen mehr frei. Weil dadurch weniger Geschlechtshormone, vor allem Östrogen und Progesteron gebildet werden, können parallel dazu bei einem Teil der Betroffenen Beschwerden auftreten, wie es typischerweise auch bei den natürlichen Wechseljahren der Fall ist. Dazu zählen unter anderem:

    • Hitzewallungen
    • Nachtschweiß
    • Stimmungsschwankungen
    • depressive Verstimmung
    • Scheidentrockenheit
    • Schlafstörungen
    • Konzentrationsschwäche
    • Gelenkschmerzen

    Dennoch wird eine frühe Menopause ärztlich selten sofort erkannt. Denn nicht jedes Symptom von Frauen, die sich in einer verfrühten Menopause befinden, passt ins Bild. Gerade bei jüngeren Frauen zeigen sich die hormonellen Veränderungen nicht immer klassisch, sondern durch Zyklusunregelmäßigkeiten, verkürzte oder verlängerte Zyklen, Schlafstörungen oder innere Unruhe. All das wird nicht selten als Stress oder Überarbeitung abgetan, weiß auch unsere Dr. Dascha Berek aus der Praxis als Fachärztin für Frauen- und Geburtsheilkunde.

    Laut der Studie der University of Virginia verzeichnen insbesondere junge Frauen neben eventuellen „klassischen” Symptomen vor allem Erkennungszeichen auf psychischer und urogenitaler Ebene.

    Psychisch:

    • depressive Stimmung
    • Reizbarkeit
    • Nervosität
    • Konzentrationsprobleme

    Urogenital:

    • sexuelle Probleme (Libidoverlust, Schmerzen beim Sex)
    • vaginale Trockenheit
    • Blasenprobleme

    Warum setzt die Menopause zu früh ein?

    Es kommen mehrere Ursachen dafür infrage, wenn die Eierstockfunktion vor ihrer Zeit endet:

    • genetische Veranlagung
    • Lebensstilfaktoren, zum Beispiel Rauchen
    • Folge einer Erkrankung
    • medizinische Gründe

    Vor allem die Vererbung spielt hier eine recht große Rolle. Ob eine Frau früh oder spät in die Wechseljahre kommt, zieht sich häufig wie ein roter Faden durch die weibliche Familienlinie. Die Statistik belegt ebenfalls den Einfluss von bestimmten Toxinen, wie zum Beispiel Nikotin, auf ein früheres Einsetzen der Menopause. Raucherinnen sind im Schnitt jünger, wenn sie ins Klimakterium kommen.

    Bei den natürlichen Wechseljahren handelt es sich um den normalen Alterungsprozess der Fortpflanzungsorgane. Der kann früher oder auch später einsetzen. Bei der POI (prämature Ovarialinsuffizienz) wird die Eierstockfunktion aber nicht „altersschwach“, sondern krankheitsbedingt gestört. Das kann zum Beispiel in Folge einer Viruserkrankung wie Mumps geschehen. Manchmal ist auch eine Autoimmunerkrankung der Grund dafür, dass körpereigene Immunzellen das Eierstockgewebe angreifen. Ein Beispiel dafür wäre der systemische Lupus erythematodes oder eine Hashimoto-Thyreoiditis.

    Welche Folgen haben Wechseljahre unter 40?

    Endlich keine Periode mehr! Klingt erstmal gut. Aber so sehr PMS und die Monatsblutungen auch genervt haben, wenn Du übermäßig früh in die Wechseljahre kommst, kann das leider auch Nachteile mit sich ziehen. Neben den typischen hormonell bedingen Wechseljahrsbeschwerden wie Scheidentrockenheit, die Dich in Deiner Lebensqualität einschränken kann, hat der Wegfall der Östrogenproduktion auch noch andere Folgen wie Osteoporose (Knochenschwund) und Herz-Kreislauferkrankungen (erhöhtes Herzinfarktrisiko).

    Kannst Du die frühe Menopause verhindern?

    Der natürliche Abbau der ovariellen Funktion lässt sich nicht rückgängig machen. Statt den Prozess zu stoppen, ist es daher umso entscheidender für das Wohlbefinden vieler Frauen, sie in dieser Situation gut zu begleiten. Eine medizinische Betreuung kann die Folgen der hormonellen Veränderungen reduzieren und Beschwerden gezielt lindern. Besteht kein Kinderwunsch mehr, können die fehlenden Hormone Östrogen und Progesteron etwa bis zum 51. Lebensjahr, also dem Durchschnittsalter, in dem eine Frau in die Wechseljahre kommt, mit einer individuell abgestimmten Hormonersatztherapie behandelt werden. Bei vielen Frauen kann das nicht nur Symptome lindern, sondern auch das beschriebene Risiko für Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mindern. Bevor es an die Therapie geht, muss jedoch eine ordentliche Diagnostik erfolgen. Hast Du das Gefühl, Du könntest Dich in einer verfrühten Menopause befinden oder auf eine solche zusteuern, buch dir gerne eine Hormonsprechstunde bei uns und erläutere genau, wie Du Dich gerade fühlst.

    Hormonersatztherapie – besser als ihr Ruf!

    Eine Hormonersatztherapie hat nicht den besten Ruf. Lange wurden künstlich zugesetzte Hormone kritisch gesehen.

    Dr. Dascha Berek erklärt, woran das liegt: „Aufgrund einer falschen Studieninterpretation wurde der Hormontherapie über Jahre ein unverhältnismäßig hohes Risiko angedichtet. Inzwischen sind die Ergebnisse neu bewertet worden. Für die Altersgruppe der Frauen, die mit einer Hormonersatztherapie gegen klimakterische Beschwerden behandelt werden, sind die Risiken lange nicht so hoch wie angenommen und beziehen sich nur auf Personen mit Vorerkrankungen. In der Realität zeigen sich oft positive Effekte auf die allgemeine Gesundheit und die Lebensrisiken. Inzwischen verabreicht man nämlich nur noch geringe Dosen hochmoderner Hormonpräparate. Deren Molekülstruktur erkennt der Organismus als körpereigen an, somit kann er sie optimal verwerten. Eine Angst ist in den meisten Fällen heutzutage also unbegründet.“

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