Wer an Ästhetische Medizin denkt, denkt häufig zuerst an Botox®, Hyaluron oder vollere Lippen. Doch moderne Ästhetik geht heute weit über einzelne Behandlungen hinaus. Sie beginnt mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen – auf Hautgesundheit, Lebensstil, Hormone und individuelle Bedürfnisse.
Für Dr. med. Dascha Berek steht deshalb nicht eine einzelne Behandlung im Mittelpunkt, sondern der Mensch als Ganzes. Als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe betrachtet sie neben der Anatomie des Gesichts auch Faktoren wie Hautbeschaffenheit, hormonelle Veränderungen, Lebensstil und Regenerationsfähigkeit.
Im Podcast Aesthetics Beyond Beauty spricht sie über ihre medizinische Philosophie, die Grenzen ästhetischer Behandlungen und die Frage, warum gute Ergebnisse nicht allein in der Behandlungsliege entstehen. Hier könnt ihr euch das ganze Interview anschauen:
Hautqualität statt sichtbarer Überkorrektur
Einen der wichtigsten Trends in der Ästhetischen Medizin sieht Dr. Berek in der zunehmenden Bedeutung der Hautqualität. Für sie geht es heute weniger darum, einzelne Gesichtspartien möglichst stark zu verändern. Im Vordergrund stehen vielmehr eine gesunde Hautstruktur, ein ebenmäßigeres Erscheinungsbild und eine natürliche Ausstrahlung.
Bereits während ihrer Tätigkeit als Frauenärztin stellte sie fest, dass viele Patientinnen zwar medizinisch gesund waren, sich jedoch durch Hautveränderungen, Haarausfall, hormonelle Veränderungen oder einen müden Gesichtsausdruck stark belastet fühlten. Gerade in den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft verändern sich Haut, Gewebe und Selbstwahrnehmung häufig erheblich.
Diese Themen wurden lange Zeit kaum ganzheitlich betrachtet. Genau hier setzt ihr medizinischer Ansatz an: Nicht das isolierte Behandeln einzelner Regionen steht im Fokus, sondern die individuelle Situation jedes Menschen.
Der Begriff „Hautqualität“ umfasst dabei mehrere Merkmale:
- Hautfeuchtigkeit
- Elastizität und Festigkeit
- Oberflächenstruktur
- Gleichmäßigkeit des Hauttons
- Porengröße
- feine Linien und Fältchen
- natürliche Ausstrahlung
Auch die wissenschaftliche Literatur beschäftigt sich zunehmend mit integrierten Konzepten, bei denen medizinische Hautpflege, energiegestützte Verfahren und weitere ästhetische Behandlungen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Eine Übersichtsarbeit aus 2025, die sich mit den Hautänderungen in der Menopause auseinandersetzt, kommt zu dem Ergebnis, dass solche integrierten Ansätze sowohl die Zufriedenheit als auch den langfristigen Erhalt ästhetischer Ergebnisse unterstützen können.
Warum eine gute Hautqualität die Grundlage natürlicher Ergebnisse bildet
Haut ist nicht nur eine äußere Hülle. Sie ist ein lebendes Organ, das kontinuierlich auf innere und äußere Einflüsse reagiert.
Mit zunehmendem Alter verändern sich unter anderem die Kollagenstruktur, die Elastizität, die Hautdicke und die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Auch hormonelle Veränderungen und Umweltfaktoren tragen zur Hautalterung bei.
Aus diesem Grund reicht es aus Sicht von Dr. Berek häufig nicht aus, ausschließlich Volumen aufzubauen oder einzelne Falten zu unterspritzen. Zunächst sollte beurteilt werden, in welchem Zustand sich die Haut befindet und welche Behandlung sie tatsächlich benötigt.
Ihr Ansatz folgt damit einem grundlegenden Prinzip:
Je besser die Qualität und Regenerationsfähigkeit der Haut, desto harmonischer können auch weitere ästhetische Maßnahmen wirken.
Frau Dr. med. Dascha Berek
Ärztliche Leiterin und Gründerin von Lieb Dein Gesicht
Kollagen: Das strukturelle Gerüst der Haut
Kollagen gehört zu den wichtigsten Strukturproteinen der Haut. Es verleiht dem Gewebe Stabilität und trägt gemeinsam mit weiteren Bestandteilen der extrazellulären Matrix zur Festigkeit und Widerstandsfähigkeit der Haut bei.
Im Laufe des Lebens verändert sich dieses Stützgerüst. Die Haut wird dünner, trockener und weniger elastisch. Gleichzeitig können Falten, eine veränderte Oberflächenstruktur und ein zunehmender Verlust an Festigkeit entstehen.
Besonders deutlich können sich diese Veränderungen rund um die Menopause zeigen. Sinkende Östrogenspiegel stehen mit einem Rückgang von Hautkollagen, Hautdicke, Elastizität und Feuchtigkeit in Zusammenhang. Eine neuere wissenschaftliche Arbeit nennt einen Rückgang der Kollagentypen I und III von rund 30 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Menopause. Diese Zahl kann natürlich pro Person unterschiedlich ausfallen.
Die Behandlung ist nur so gut wie die Reaktion des Körpers
Eine der zentralen Aussagen von Dr. med. Berek im Interview ist:
„Eine Behandlung kann nur so gut wirken, wie der Körper sie anschließend verarbeitet.“
Das gilt besonders für regenerative und biostimulierende Verfahren. Diese sollen nicht ausschließlich einen unmittelbar sichtbaren Effekt erzeugen, sondern körpereigene Prozesse wie die Neubildung von Kollagen anregen.
Biostimulatoren auf Basis unterschiedlicher Materialien können kontrollierte biologische Reaktionen in der Haut auslösen und dadurch Prozesse der Neokollagenese unterstützen. Die genaue Wirkung, die Eignung und das Risikoprofil unterscheiden sich jedoch je nach Wirkstoff, Indikation und Anwendung. Auch Microneedling und Radiofrequenz-Microneedling nutzen gezielt gesetzte Mikroverletzungen beziehungsweise thermische Impulse, um natürliche Reparaturprozesse anzuregen. Diese Verfahren benötigen Zeit. Anders als ein klassischer Filler, der unmittelbar Volumen geben kann, hängt ihre Wirkung stärker von der biologischen Reaktion des Gewebes ab.
Welche Faktoren die Hautregeneration beeinflussen
Der Körper benötigt geeignete Voraussetzungen, um neue Gewebestrukturen aufzubauen. Dr. Berek spricht im Interview deshalb nicht nur über Behandlungen, sondern ebenso über Ernährung, Bewegung, Sonnenschutz und Rauchen.
Zu den Faktoren, die die Hautgesundheit und Regeneration beeinflussen können, gehören unter anderem:
- Alter und genetische Voraussetzungen
- hormonelle Veränderungen
- UV-Belastung
- Rauchen
- Ernährung und Nährstoffversorgung
- Schlaf und Stress
- Bewegung
- bestehende Erkrankungen
- konsequente Hautpflege und Sonnenschutz
Das bedeutet nicht, dass Patient:innen perfekte Voraussetzungen erfüllen müssen, bevor eine Behandlung möglich ist. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch dazu beitragen, die natürlichen Regenerationsprozesse des Körpers zu unterstützen.
Warum einzelne Behandlungen häufig nicht ausreichen
Viele Patient:innen kommen mit einem konkreten Wunsch in die Praxis: Sie möchten beispielsweise eine bestimmte Falte behandeln lassen, ihre Lippen verändern oder ihre Haut straffen.
Dr. Berek betrachtet diesen Wunsch im Kontext des gesamten Gesichts und des Hautzustands. Denn nicht immer ist die zunächst gewünschte Behandlung auch die Maßnahme, die zum besten Ergebnis führt.
Ein sinnvolles Behandlungskonzept kann beispielsweise folgende Schritte umfassen:
- Analyse der Haut und der anatomischen Ausgangssituation
- Einordnung der individuellen Wünsche und Erwartungen
- Berücksichtigung hormoneller oder gesundheitlicher Faktoren
- Verbesserung von Hautfeuchtigkeit und Hautbarriere
- Stimulation regenerativer Prozesse
- gezielte Behandlung einzelner Gesichtspartien
- langfristige Erhaltung der Ergebnisse
Welcher Schritt zuerst erfolgt, hängt immer von der individuellen Ausgangslage ab.
Im Interview beschreibt Dr. Berek beispielsweise, dass bei Patientinnen nach der Menopause zunächst eine Verbesserung der Hydration sinnvoll sein kann, bevor eine stärkere Biostimulation erfolgt. Bei anderen Patientinnen kann ein energiegestütztes Verfahren zur Verbesserung der Hautstruktur an erster Stelle stehen. Solche Behandlungskonzepte sind keine starren Standardpläne. Sie müssen an Hauttyp, Alter, Anatomie, Ziele und medizinische Voraussetzungen angepasst werden.
Hormone und Haut gemeinsam betrachten
Durch ihre fachärztliche Ausbildung in der Gynäkologie verfügt Dr. Berek über einen besonderen Blick auf hormonell bedingte Veränderungen.
Östrogen beeinflusst unter anderem Kollagengehalt, Feuchtigkeit, Dicke und Elastizität der Haut. Sinkt der Östrogenspiegel während der Wechseljahre, kann die Haut trockener, dünner und weniger widerstandsfähig werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Hautveränderung hormonell bedingt ist oder dass automatisch eine Hormonbehandlung erfolgen sollte. Vielmehr können hormonelle Faktoren ein Bestandteil der ärztlichen Gesamtbeurteilung sein. Genau hier zeigt sich die Stärke unseres interdisziplinären Ansatzes: Ästhetische Veränderungen werden nicht ausschließlich oberflächlich betrachtet, sondern in mögliche körperliche Zusammenhänge eingeordnet.
Natürliche Ergebnisse brauchen medizinische Grenzen
Für Dr. Berek bedeutet eine gute Behandlung nicht, jeden Wunsch uneingeschränkt umzusetzen.
Anatomische Voraussetzungen setzen klare Grenzen. Eine sehr schmale oder nach innen gedrehte Lippe lässt sich beispielsweise nicht beliebig vergrößern, ohne das Risiko für unnatürliche Proportionen, Knötchen oder eine Migration des Materials zu erhöhen. Auch stark bearbeitete Bilder aus sozialen Medien eignen sich kaum als realistische Behandlungsvorlage.
Eine verantwortungsvolle Beratung muss deshalb deutlich machen:
- welche Veränderungen realistisch sind,
- welche Behandlung zur Anatomie passt,
- welche Risiken bestehen,
- wann von einer Behandlung abzuraten ist und
- wie viele Schritte für das gewünschte Ergebnis notwendig sein können.
Diese Grenzen sind kein Zeichen mangelnder Behandlungsmöglichkeiten. Sie sind vielmehr Ausdruck medizinischer Verantwortung. Wenn du auch eine individuelle Beratung von Frau Dr. Berek in Anspruch nehmen möchtest, dann buche dir gerne einen Termin bei uns.
Warum gute Ergebnisse langfristig wichtiger sind als gutes Marketing
Im Podcast spricht Dr. Berek auch über die wachsende Konkurrenz innerhalb der Ästhetischen Medizin. Ihre Einschätzung ist eindeutig: Aufmerksamkeit und Reichweite können eine Praxis sichtbar machen, dauerhaft ersetzen sie jedoch keine medizinische Qualität.
Patient:innen bewerten nicht nur den unmittelbaren Effekt einer Behandlung. Auch die Betreuung, die Natürlichkeit des Ergebnisses, mögliche Komplikationen und der Umgang mit Rückfragen prägen das langfristige Vertrauen.
Marketing kann Kompetenz sichtbar machen – es kann fehlende medizinische Qualität aber nicht dauerhaft ausgleichen.
Frau Dr. med. Dascha Berek
Ärztliche Leiterin und Gründerin von Lieb Dein Gesicht
Kontinuierliche Weiterbildung als Teil medizinischer Qualität
Ästhetische Medizin entwickelt sich schnell. Neue Produkte, Geräte und Behandlungstrends erscheinen regelmäßig auf dem Markt.
Für Dr. Berek ist es deshalb wichtig, neue Verfahren nicht allein aufgrund ihrer Popularität einzusetzen. Bevor eine Behandlung in das Praxiskonzept aufgenommen wird, prüft sie nach eigener Aussage unter anderem:
- Ist die Behandlung medizinisch sinnvoll?
- Sind die Ergebnisse überzeugend?
- Passt das Verfahren zum bestehenden Behandlungskonzept?
- Ist die Anwendung für die vorgesehenen Patientinnen und Patienten geeignet?
Zusätzlich bildet sie Ärztinnen und Ärzte in der Lieb-Dein-Gesicht-Academy Lipcademy aus. Der fachliche Austausch und die kritischen Fragen der Teilnehmenden helfen ihr nach eigener Aussage dabei, Wissen kontinuierlich zu überprüfen und sich mit aktuellen Studien und Behandlungsmethoden auseinanderzusetzen.
Fazit: Moderne Ästhetik beginnt mit einem Konzept
Eine hochwertige ästhetische Behandlung beginnt nicht zwangsläufig mit einer Spritze. Sie beginnt mit einer sorgfältigen Analyse, einer ehrlichen Beratung und einem realistischen gemeinsamen Ziel.
Unsere Behandlungen bei Lieb Dein Gesicht werden deshalb immer nach diesen drei Schritten aufgebaut:
- Analyse der Hautqualität als Grundlage: Eine gesunde und widerstandsfähige Haut trägt wesentlich zu einem frischen und harmonischen Erscheinungsbild bei.
- Individuelle Behandlungskonzepte: Nicht eine einzelne Trendbehandlung, sondern die passende Reihenfolge verschiedener Maßnahmen entscheidet über das Ergebnis.
- Natürliche und verantwortungsvolle Ergebnisse: Medizinische und anatomische Grenzen müssen respektiert werden.
Ästhetische Medizin kann einen gesunden Lebensstil nicht ersetzen. Sie kann Menschen jedoch dabei unterstützen, ihre natürliche Ausstrahlung zu erhalten und gezielt zu verbessern. Das Ziel ist dabei nicht, einem fremden Ideal zu entsprechen. Es geht darum, die individuelle Anatomie zu respektieren und gemeinsam die beste Version des eigenen Erscheinungsbildes zu entwickeln.
Interessierst Du Dich für eine ästhetische Behandlung?
Wenn Du wissen möchtest, welche Behandlung zu Deiner Haut, Deiner Anatomie und Deinen persönlichen Zielen passt, beraten wir Dich gerne individuell und ehrlich. In einem persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, welche Möglichkeiten medizinisch sinnvoll sind und zu einem natürlichen Ergebnis passen.
